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Marktkorrektur - was nun?

Die positive Aktienmarktentwicklung hat im Februar zunächst ihr Ende gefunden. Ruckzuck waren die im Januar erwirtschafteten Gewinne wieder abgegeben und seit Jahresbeginn liegt so mancher Aktienmarktindex inzwischen sogar im negativen Terrain. Viele Marktteilnehmer fragen sich nun, ob es sich lediglich um eine kurzfristige Marktkorrektur handelt oder ob womöglich mehr dahinter steckt. Wir gehen der Sache daher genauer auf den Grund:

Im vergangenen Jahr wurden die Anleger verwöhnt. Die amerikanischen Aktienmärkte glänzten mit steilen Kursanstiegen bei gleichzeitig extrem niedriger Volatilität. Weltweites Wirtschaftswachstum sowie die sich kontinuierlich verbessernde Gewinnsituation bei den Unternehmen sorgten für den entsprechenden Rückenwind. Die Aussichten auf die US-Steuerreform verliehen den Aktienmärkten darüber hinaus noch Flügel. Gegenwind war bis dato kaum auszumachen.

Konjunkturprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge könnte die Weltwirtschaft in diesem Jahr sogar noch stärker als im Vorjahr wachsen und um bis zu vier Prozent zulegen. So ist die amerikanische Notenbank (Fed) zwar bemüht, für Stabilität an den Märkten zu sorgen, als Reaktion auf den starken Aufschwung kommt sie an weiteren Zinserhöhungen jedoch nicht mehr vorbei. Dem allgemeinen Konsens nach ist mit drei Zinsschritten im Laufe dieses Jahres zu rechnen. Die Konjunkturentwicklung sollte jedoch robust genug sein, diese zu verdauen, denn die Zinsen würden selbst dann noch unter den historischen Mittelwerten notieren.

Die wirtschaftlichen Rahmendaten sind also auch weiterhin als positiv zu bewerten und die eingeläutete Zinswende ist längst noch nicht zu einem nachhaltigen Belastungsfaktor geworden. Doch warum stellte sich eine Marktkorrektur ein? Nun, die positiven Konjunkturerwartungen waren inzwischen vollends in den Kursen eingepreist und somit auch allen Marktteilnehmern bekannt. Darüber hinaus liefen einige Aktienmärkte, allen voran die nordamerikanischen Aktien-Indizes Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq bereits Ende Januar -bei niedrigster Volatilität- weit in die überkaufte Zone ein. Trendstärke-Indikatoren wie wir sie mit dem STARS-Modell in der Analyse einsetzen, signalisierten daraufhin zunehmende Risiken einer Marktkorrektur und auch die Abstände der Kurse zu ihren gleitenden Durchschnitten (u.a. 200 Tages-Linie) stiegen auf Rekordniveaus an. Auf das bevorstehende Risiko einer Marktkorrektur hatten wir ja bereits in der Jahresauftaktausgabe unseres STARS-Newsletter „Anlagestrategie 2018“ hingewiesen und ausgeführt, dass wir in solchen Situationen die Aktienquote antizyklisch reduzieren. Dementsprechend wurde dann auch der Aktienanteil Nordamerikas konsequent reduziert, was sich auszahlen sollte. Im Zuge der Marktkorrektur löste sich die Übertreibung jedoch schnell wieder auf und die Kursschwäche konnte taktisch für Rückkäufe genutzt werden. Dabei wurde zunächst vornehmlich in Europa und in den Schwellenländern investiert.

Unserer Investmentphilosophie entsprechend agieren wir immer eng an den Markttrends. Die Entscheidungsgrundlage basiert auf der quantitativen Analyse der historischen Kurszeitreihen. Dabei spielt die Markteffizienzhypothese, die Eugene Fama bereits im Jahr 1970 veröffentlichte und für die er 2013 schließlich mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, eine wesentliche Rolle. Diese besagt, dass die Preise, die in einem Markt erzielt werden, sämtliche Informationen reflektieren, die in einem Markt auch verfügbar sind. Das beinhaltet auch die Einschätzungen und Erwartungen der Marktteilnehmer über die zukünftige Entwicklung. So spiegelt die aktuelle Kursentwicklung also immer eine breite Marktmeinung wider und ist damit als Daten-Quelle für die Entscheidungsprozesse im Portfoliomanagement bestens geeignet.

Für die weitere Entwicklung an den Aktienmärkten kommt es nun vor allem darauf an, dass sich aus der aktuellen Marktkorrektur keine nachhaltigen Abwärtstrends etablieren. Sollten die Markttrends jedoch signifikant brechen, werden wir das Risiko in den Multi-Asset Strategien über Verkäufe von Aktien-ETFs konsequent weiter reduzieren.

Jetzt ist die Zeit für aktive Anlagestrategien gekommen, ihre Stärken gegenüber rein passiven Geldanlagen auszuspielen. Dabei kommt es vor allem auf eine geschickte und flexible Steuerung der taktischen Allokation an.

Wir bleiben am Ball!

 

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